Alte Vorurteile über den "bösen Wolf" aus dem Weg geräumt

Burgschwalbach. Der Wolf, die erbarmungslose Bestie – dieses Bild spukt immer noch in den Köpfen der Menschen herum. Am Samstag konnten sich Hundefreunde und interessierte Tennisspieler im Burgschwalbacher Wald vom Gegenteil überzeugen lassen.

Toni Seiler, Leiter der Niederneiser Hundeschule Seiler, war mit seiner zahmen Wölfin Inge vor Ort, um über den Wolf und sein Verhalten aufzuklären. Zu Stande gekommen war diese Veranstaltung durch das alljährliche Sommerlager des Schlittenhundesportvereins Pfalz (SSVP) in Zusammenarbeit mit dem Tennisclub Burgschwalbach.Bodo Janz, Vereinsmitglied des SSVP aus Hahnstätten, organisierte das Sommerlager seines Vereins auf dem Parkplatz des Märchenwaldes in Burgschwalbach, und ohne zu zögern erklärte sich auch der Tennisclub bereit, den Hundefreunden ihre Sanitäranlagen zur Verfügung zu stellen. Am vergangenen Mittwoch trafen dann die ersten Mitglieder des SSVP ein, vor allem um in den vier Tagen die Gemeinschaft zu genießen, bevor im September die neue Saison beginnt.

Die Tennisspieler und die Hundefreunde hatten die Möglichkeit zum Rollentausch. Die Mitglieder des SSVP besuchten Tennis-Schnupperkurse und die Kinder des Tennisvereins konnten bei den morgendlichen Trainingsfahrten mit den Hunden mitfahren.

Der kleine Sebastian Henze berichtete begeistert: "Mit einem Wagen der von fünf Hunden gezogen wurde bin ich mitgefahren, das war ein ganz schönes Abenteuer, aber Angst hatte ich keine."

Das Highlight des Sommerlagers war sowohl für Tennisspieler als auch für die Schlittenhundefahrer der Wolf von Toni Seiler. Seit neun Jahren lebt die Wölfin Inge in der Hundeschule und fühlt sich bei Seiler sichtlich wohl. Vor zwölf Jahren bekam Seiler aus einer Notsituation heraus seine ersten Wölfe. Seither beschäftigt er sich mit den Tieren.

"Inge ist ein ganz bekannter Fernsehwolf, sie hat schon in vielen Produktionen mitgespielt" erklärte Seiler. Ganz besonders wichtig ist es für den Tiertrainer, dass seine Wölfin kein Kasper ist. Inge kann keine Kunststücke und macht nur was sie möchte, alles im Einklang mit ihrem natürlichen Verhalten. Weiterhin wies Seiler darauf hin, dass der Stress dem Tier bei einer solchen Informationsveranstaltung nicht zu viel ist. "Auch in der Natur hat Inge Stress und ein wenig Aufregung schadet ihr nicht". Vor allem die Kinder der beiden Vereine waren begeistert von Inge, obwohl sie immer im sicheren Abstand blieben. Seiler betonte, dass der Wolf keine böse Bestie sei, wie es immer in den Medien dargestellt werde. Inge sei zwar eine absolute Ausnahme und niemand solle sich einen Wolf als Haustier anschaffen, jedoch würde auch frei lebende Wölfe niemals Menschen anfallen. Die interessierten Zuschauer hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen und besonders die Mitglieder des SSVP interessierten sich für den Wolf als Stammvater ihrer Hunde.
(sab)

Zeitungsartikel vom 23.06.2003 “Nassauische Neue Presse” vom Sommerlager 2003